Gedanken zum rechtsextremen Terroranschlag in Hanau

Gedanken zum rechtsextremen Terroranschlag in Hanau

Liebe Köthenerinnen und Köthener,

am Mittwoch Abend dieser Woche wurden in Hanau (Hessen) elf Menschen durch einen rechtsextremistisch motivierten Terroranschlag aus dem Leben gerissen. Weitere Menschen wurden bei dem Anschlag schwer verletzt.

Persönlich hat mich dieser Anschlag fassungslos und wütend gemacht. Mein Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen.

In den vergangenen 9 Monaten wurden, beginnend mit dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, über den Terroranschlag in Halle mit zwei Todesopfern bis hin zum Anschlag in Hanau 14 Menschen ermordet. In allen Fällen handelten die Täter aus eindeutig rechtsextremen Motiven.

Ich bin davon überzeugt, dass diese Anschläge keine willkürlich entstandenen Taten von einzelnen Menschen waren. Ihnen liegt eine gefährliche Entwicklung zugrunde. 

Zunehmende Verrohung in Teilen unserer Gesellschaft, gepaart mit Ängsten vor Unbekanntem und vor Veränderungen, bereiten den Nährboden für rechtsextreme Ansichten. Scheinbar einfache Lösungen und das Präsentieren von vermeintlich an der eigenen Situation Schuldigen verfangen leider in vielen Köpfen. 

Unser aller Aufgabe muss es daher sein, für ein friedliches und die Würde aller Menschen achtendes Miteinander einzustehen.

Trotz aller unterschiedlichen politischen Ansichten und manchmal harten Auseinandersetzungen bin ich davon überzeugt, dass Sie, liebe Köthenerinnen und Köthener, in der überwiegenden Mehrheit diese Überzeugung mit mir teilen. 

Sicher erinnern Sie sich noch an die schweren Zeiten im September 2018 in Köthen. 

Damals wurden wir vor große Herausforderungen gestellt und haben gemeinsam einen Weg gefunden, uns den Instrumentalisierungs- und den Vereinnahmungsversuchen der Tat durch Rechtsextreme erfolgreich entgegenzustellen. 

Persönlich bin auch wegen dieses Zusammenhalts dankbar und stolz, Ihr Oberbürgermeister sein zu dürfen. 

Gleichzeitig haben mir, sicher ging es vielen unter Ihnen ähnlich, die Solidarisierungen und die Anteilnahme aus dem gesamten Bundesgebiet, Trost und Kraft gespendet.

Deshalb möchte ich Sie im Namen der Stadt Köthen (Anhalt) herzlich dazu einladen, gemeinsam mit den Kirchen in unserer Stadt am morgigen Sonntag in zwei Gottesdiensten den Opfern des rechten Terrors zu gedenken und ein Zeichen der Solidarität nach Hanau zu senden. Am Abendgebet nehme ich mit einem Redebeitrag persönlich teil.

 

Gottesdienst mit Kreisoberpfarrer Lothar Scholz
23.02.2020 (9.30 Uhr)
Wolfgangstift
Bärteichpromenade 12b

Abendgebet in der Kirche St. Jakob
23.02.2020 (19 Uhr)
Mit Schweigeminute und Redebeiträgen

 

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Sie gemeinsam mit mir ein deutliches Zeichen gegen rechte Gewalt setzen und an den Gottesdiensten teilnehmen könnten.

Ich lade Sie herzlich dazu ein, die vielen Möglichkeiten, mit mir in Kontakt zu treten zu nutzen. Sprechen Sie mich auf die Dinge an, die Sie bewegen, damit wir gemeinsam an Lösungen arbeiten können. 

 

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